Susanne Lindner
Ich arbeite als Heilpraktikerin in Tübingen. Vorher war ich in einem Beruf zu Hause, in dem für ein Gespräch selten mehr als ein paar Minuten blieben. Das ist der Grund, warum diese Praxis so aufgebaut ist, wie sie aufgebaut ist: ein Termin nach dem anderen, kein Wartezimmer voller Menschen.
Die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung liegt vor; die zuständige Behörde steht im Impressum. Fortbildungen mache ich regelmäßig, nenne sie hier aber nicht als Auszeichnung, weil das im Umgang mit Gesundheit schnell nach Versprechen klingt.
Was Sie hier bekommen: Zeit, Aufzeichnungen, die verlässlich wieder hervorgeholt werden, und eine klare Ansage, wo meine Arbeit endet.
Wie hier gearbeitet wird
HaltungEs gibt keinen Standardablauf, den alle durchlaufen, und keine Reihe, die abgearbeitet wird. Es gibt ein Gespräch, eine Erhebung, einen Vorschlag und eine Rücksprache. Wenn davon etwas nicht passt, fällt es weg.
Ich sage auch ab. Wenn eine Frage in ärztliche Hände gehört oder wenn ich keinen sinnvollen Beitrag sehe, ist das Ergebnis des Erstgesprächs eben ein Hinweis und kein Termin. Das kommt vor und ist kein schlechter Ausgang.
Der Raum
Ein Zimmer im ersten Stock eines Wohnhauses, zwei Fenster, ein Tisch mit zwei Stühlen, daneben das Regal mit den beschrifteten Gläsern. Kein Empfang, keine Musik, kein Wartebereich.
Termine liegen so, dass sich niemand im Treppenhaus begegnet. Wer früher da ist, kann unten klingeln und wird hochgeholt, sobald der Raum frei ist.
Lieber einmal anrufen als lange lesen
Zwei Sätze am Telefon genügen, um zu klären, ob ein Termin sinnvoll ist.