Ratgeber · Gewerbeanmeldung

Dein Weg zum eigenen Studio.

Kosmetikstudio und Friseursalon liegen fachlich nah beieinander, rechtlich trennt sie einiges: Kosmetik ist ein freies, zulassungsfreies Gewerbe, Friseurhandwerk dagegen zulassungspflichtig mit Meisterpflicht. Die Anmeldung selbst kostet meist 20 bis 60 Euro beim Gewerbeamt der eigenen Gemeinde.

Dieser Artikel liefert allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Die verbindliche Einordnung deiner Tätigkeit trifft das Finanzamt oder die zuständige Handwerkskammer. Für deinen persönlichen Weg hilft der kostenlose Gewerbe-Lotse.

Kosmetikstudio: freies Gewerbe, aber Handwerkskammer-Pflicht

Dank der allgemeinen Gewerbefreiheit in Deutschland kann grundsätzlich jede volljährige Person ein Kosmetikstudio eröffnen. Eine Ausbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben, wenn auch dringend empfohlen, schließlich geht es um Kundenkontakt und teils sensible Anwendungen. Fachlich gehört Kosmetik zu den handwerksähnlichen Gewerben nach Anlage B1 der Handwerksordnung (Paragraf 18 HwO) und ist damit zulassungsfrei, also ohne Meisterzwang. Trotzdem ist die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer Pflicht, nicht in der IHK wie bei vielen anderen freien Gewerben. Das ist ein Detail, das in der Praxis öfter übersehen wird.

Friseursalon: zulassungspflichtiges Handwerk nach Anlage A

Beim Friseurhandwerk sieht die Rechtslage anders aus. Es zählt zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung, der eigenständige Betrieb setzt eine Eintragung in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer voraus. In der Regel braucht es dafür einen Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation als fachlich verantwortliche Betriebsleitung. Eine anerkannte Ausnahme ist die sogenannte Altgesellenregelung: Wer mehrere Jahre als Geselle in leitender, meisterähnlicher Position gearbeitet hat, kann die Eintragung auch ohne Meisterbrief beantragen. Wer sich unsicher ist, klärt das am besten direkt mit der zuständigen Handwerkskammer, bevor größere Investitionen anstehen.

So läuft die Anmeldung Schritt für Schritt

Bei einem Kosmetikstudio reicht die Anmeldung beim Gewerbeamt der eigenen Gemeinde, meist online über das Serviceportal des jeweiligen Bundeslands oder vor Ort per Formular. Die Gebühr liegt üblicherweise zwischen 20 und 60 Euro, danach gibt es den Gewerbeschein sofort oder nach wenigen Tagen. Bei einem Friseursalon kommt vorher noch ein Schritt dazu: die Eintragung in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer, erst danach folgt die eigentliche Gewerbeanmeldung. In beiden Fällen laufen anschließend zwei Fristen parallel weiter, die das Gewerbeamt nicht automatisch für dich erledigt: der ELSTER-Fragebogen zur steuerlichen Erfassung innerhalb eines Monats, und die Anmeldung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft innerhalb einer Woche.

Was danach kommt: Auftritt und Website

Ist die Anmeldung erledigt, zählt für Kund:innen vor allem der erste Eindruck: ein professioneller Online-Auftritt mit Leistungen, Öffnungszeiten und einem korrekten Impressum. Zur Adressfrage im Impressum, ein Thema, das gerade bei Studios in den eigenen vier Wänden oft für Unsicherheit sorgt, gibt es einen eigenen Ratgeber-Artikel. Welche Versicherungen für den Betrieb selbst wichtig werden, unabhängig davon, ob Kosmetikstudio oder Friseursalon, erklärt der Ratgeber-Artikel Welche Versicherungen Handwerker wirklich brauchen.

Anmeldung geklärt. Fehlt noch dein Auftritt.

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Häufige Fragen

Zur Gewerbeanmeldung für Kosmetik und Friseur, kurz erklärt.

Braucht ein Kosmetikstudio einen Meisterbrief?

Nein. Kosmetik gehört zu den handwerksähnlichen Gewerben nach Anlage B1 der Handwerksordnung und ist zulassungsfrei. Jede volljährige Person kann das Gewerbe anmelden, eine Ausbildung ist rechtlich nicht vorgeschrieben, wird aber empfohlen. Pflicht ist stattdessen die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer statt der IHK.

Braucht ein Friseursalon einen Meisterbrief?

In der Regel ja. Friseurhandwerk zählt zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung, der Betrieb braucht eine Eintragung in die Handwerksrolle. Eine anerkannte Ausnahme ist die sogenannte Altgesellenregelung: mehrjährige Berufserfahrung als Geselle in leitender, meisterähnlicher Position kann den Meisterbrief ersetzen.

Was kostet die Gewerbeanmeldung?

Die Anmeldung beim Gewerbeamt der eigenen Gemeinde kostet meist 20 bis 60 Euro, danach gibt es den Gewerbeschein sofort oder nach wenigen Tagen. Bei einem zulassungspflichtigen Handwerk wie Friseur kommt vorab noch die Eintragung in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer dazu.

Welche Fristen gelten nach der Gewerbeanmeldung?

Zwei Fristen laufen parallel weiter: der ELSTER-Fragebogen zur steuerlichen Erfassung innerhalb eines Monats, und die Anmeldung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft innerhalb einer Woche. Das Gewerbeamt informiert zwar automatisch einige Stellen, diese beiden aber nicht verbindlich.